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WordPress: Zentrale Verwaltung mehrerer Websites mit „ManageWP“, „InfiniteWP“ und Multisite

von Gino Cremer / Zuletzt aktualisiert am 19/08/2016 / Wordpress / 9

Agenturen oder Freelancer, die Ihren Kunden Websites auf WordPress-Basis anbieten, stehen auf Kurz oder Lang vor dem Problem, dass jede Website einzeln gewartet werden muss. Plugins müssen aktualisiert werden. Backups müssen erstellt werden. Spätestens wenn man mehr als zehn Websites zu administrieren hat, benötigt man Hilfe. Hier kommen zentrale Dashboard-Tools ins Spiel wie „ManageWP“, „InfiniteWP“ oder das bereits in WordPress schlummernde „Multisite“.

Problem: Grosser Zeitaufwand zur Wartung vieler Websites

managewp-infinitewp-multisiteBetreibt man zahlreiche Websites oder Blogs, kann man bei einem sehr update-freudigen CMS wie WordPress schnell verzweifeln. Updates einspielen verkommt zur Sisyphus-Arbeit. Ist man am Ende angelangt, kann man wieder bei Blog 1 beginnen.

Eine erste nicht sonderlich empfehlenswerte „Lösung“ liegt natürlich darin gar nicht zu aktualisieren. Das ist natürlich aus sicherheitstechnischen Gründen nicht empfehlenswert.

Nein, ein „Dach“ muss her, eine „zentrale Überwachungssoftware“.

Während das simple Einspielen von Plugin- und Core-Updates noch zur Pflicht gehört, bilden ein konsequentes Monitoring (läuft die Seite noch?) und Backup-Funktionen die Kür. Wer seinen Kunden zudem im Rahmen des Hostingpaketes anbietet ein Auge auf die Website zu werfen oder gegebenenfalls sogar Updates proaktiv einzuspielen sobald ein Plugin-Update zur Verfügung steht, hat fast keine andere Wahl mehr. Es sei denn man hat zuviel Zeit und grast friedlich jeden Tag alle Installationen einzeln ab um festzustellen, dass doch kein neues Update bereit steht.

ManageWP, InfiniteWP und Multisite: Drei Dashboard-Lösungen zur zentralen Verwaltung Ihrer WordPress-Website

Lösung 1: Multisite

  • Nutzung von Bordmitteln: Jede WordPress-Website ist von sich aus „Multisite-fähig“
  • Keine zusätzlichen Kosten
  • Kann auch in deutscher Sprache betrieben werden
  • Spielt man ein Update ein, kommt es allen „Unter-Websites“ zugute.
  • Alle Daten bleiben auf dem eigenen Server. Keine Übermittlung nach außen oder in die USA.
  • Höherer Skill des Entwicklers erforderlich um es so einzurichten wie man es gerade benötigt.
  • Kunden-Websites, die „außerhalb“ liegen (z.B. wenn der Kunde anderswo hostet), können nicht in das „System“ einbezogen werden.
  • Keine weitreichenden Funktionen (Statistiken, Backups,…) ohne weitere Plugin-Installationen.
  • Alle Websites teilen sich eine (1!) Datenbank
  • Nicht alle Plugins sind multisite-fähig

Lösung 2: InfiniteWP

  • Ein Login, alle Websites administrierbar!
  • Kann sowohl auf einem eigenen Server betrieben als auch angemietet werden als SAAS (Software As A Service) direkt beim Anbieter
  • Kostenlos in der Basisversion nutzbar
  • Nur in Englisch verfügbar
  • Recht wenig Features in der Basisversion
  • Wirklich sinnvolle Erweiterungen nur durch Zahlung erhältlich (Addons)
  • Günstiger Einstiegspreis relativiert sich durch die recht kostspieligen Erweiterungen / Plugins
  • Nur auf eigenem Server „datenschutzkonform“ (ansonsten werden Daten in die USA übertragen)
  • (Noch) keine eigene iOS App zur mobilen Verwaltung
  • (Noch) kein Monitoring (Check ob Seite noch online / verfügbar)
  • How-To / Anleitung: http://www.moehlernet.de/infinitewp-kostenlose-alternative-zu-managewp/

 Lösung 3: ManageWP

  • Ein Login, alle Websites administrierbar!
  • Verschiedene Preismodelle von Free (kostenlos) bis Business (https://managewp.com/plans-and-pricing)
  • Preis richtet sich je nach gewünschtem Preismodell und Quantität der Websites
  • Keine Installation auf eigenem Server möglich
  • Alle Daten liegen in den USA
  • Nur in Englisch verfügbar
  • Sehr viele Features bereits im mittleren Modell „Professional“ verfügbar.
  • Integrierte Backup-Lösung für alle Websites (Dateien und Datenbanken)
  • Externe Backups durch Anbindung via FTP (eigener Server), Dropbox, Google Drive oder Amazon S3 ab Modell „Professional“
  • Zeitgesteuerte Backups ab Modell „Professional“
  • Integration von Google Analytics ab Modell „Professional“
  • Duplizieren und „Klonen“ von WordPress Installationen ab „Professional“
  • „Automatisches Ausmisten“ von WordPress-Installationen (Revisionen entfernen)
  • Einsatz von „Code Snippets“ (PHP) bei ManageWP
  • Monitoring der Websites ab „Business“ Modell (Test ob Website noch online)
  • SEO-Suchmaschinenoptimierung für alle „verknüpften“ Websites.
  • Import/Export von ganzen Websites (Datenbank und Dateisystem)
  • Eigene iOS App zur Verwaltung „on the road“
  • Sehr teuer bei vielen Websites
  • Aktuell (29.10.2013) sehr viele Probleme, siehe Blogartikel „Zentrales WordPress-Dashboard: Warum ich nun auf InfiniteWP statt ManageWP setze“ 

Weitere Vorteile einer zentralen Verwaltungsoberfläche

  • Duplizieren und Klonen einer WordPress-Installation: Dadurch kann man eine WordPress-Installation mitsamt Plugins „vor-installieren“. wünscht ein Kunde eine WordPress Website, kann man diese adhoc ohne großen Zeitaufwand mit wenigen Klicks online schalten.
  • Überblick und Benachrichtigung per Mail wenn neue Updates anstehen
  • Kein lästiges Einloggen/Ausloggen mehr auf zig Websites / Administrationsoberflächen
  • Auflistung der installierten Plugins und deren Versionsnummern (Überblick)

Fazit: Welches Tool sollte ich wählen?

Sie möchten eine Website für ein Unternehmen erstellen und jeder Filiale des Unternehmens eine eigene wirklich eigenständige Website spendieren aber mit einem zentralen Dach die Kontrolle behalten? Dann ist Multisite für Sie genau richtig!

Sie möchten die Daten kontrollieren und aus Datenschutzgründen keine sensiblen Daten auf externe Server „verfrachten“? Zudem sind Sie eher ein „Bastler“ und trauen sich eine Installation auf dem eigenen Server zu? Sie wünschen sich ein budgetschonenendes Tool, welches durch Addons erweitert werden kann aber ab Werk in der kostenlosen Fassung bereits die wichtigsten Funktionen bereithält? Dann sollten Sie zu InfiniteWP greifen und auf dem eigenen Server installieren.

Sie haben kein Problem damit Daten in die USA zu übermitteln und schätzen ein flexibles Miet-Modell? Dann sollten Sie sich ManageWP näher anschauen, welches nach oben hin keine Wünsche offen lässt aber bei Einsatz sehr vieler Websites sehr teuer werden kann. Beachten Sie allerdings, dass meiner Erfahrung nach, ManageWP in letzter Zeit einige Probleme hatte, siehe Blogartikel „Zentrales WordPress-Dashboard: Warum ich nun auf InfiniteWP statt ManageWP setze“


Gino Cremer

Ich bin Geschäftsführer der auf Weblösungen spezialisierten Agentur Pixelbar aus dem belgischen Eupen.

Ich habe langjährige Erfahrung mit CMS-basierten Kundenprojekten, vornehmlich auf WordPress-Basis und bin ein Webdesigner der ersten Stunde.

Daneben arbeite ich auch als Dozent und Berater am WIFI Wien im Bereich Social Media und Webdesign.

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9 Kommentare

  1. Hi Gino, danke für die Zusammenfassung. Hast du mit Manage WP schon Erfahrungen sammeln können? Meiner Meinung nach ist es aktuell doch eines der Besten Multi-Tools für WordPress. Gibt es aktuell noch weitere Anbieter?

    Viele Grüße
    Marcel

    • Hallo Marcel, ja, wir nutzen Manage WP für rund 30 Kundenwebsites und sind sehr zufrieden. Da es sehr regelmäßig Updates von Plugins und WordPress selber gibt, erleichtert einem das Tool ungemein die Arbeit. Es gelten zwar weiterhin die üblichen Backup-Vorsichtsmaßnahmen, allerdings hat man eine zentrale Verwaltungsoberfläche um alles unter einem Dach zu managen. Das Tool funktioniert so, dass du ein Plugin „Manage WP Worker“ auf Seiten der WordPress-Installation installieren musst. Dann kann man dieses Plugin mit Manage WP kombinieren.
      Neben der Zentralisierung und einfachen Update-Routine erlaubt das Tool auch das komfortable Backup aller deiner Installationen. Sehr feingliedrig einstellbar. Zudem kann man in einem höheren Tarif (allerdings recht teuer) auch diverse Monitorings ansetzen, um ständig zu prüfen ob deine Seiten noch online sind.

      Alles in allem ein sehr nützliches Tool, wenn man mehrere Websites betreibt (ab 10 wird es sicher sehr lohnenswert) und das auch kommerziell nutzten kann, z.B. wenn man seinen Kunden einen Software-Update-Service anbieten möchte.

  2. Hi Gino, wir überlegen für unsere 30 Hotelwebseiten auch Manage WP zu nehmen. Mir persönlich gefällt es besser als InfiniteWP weil ich es transparenter finde. Habe mir einen Testaccount eingerichtet. Das einzige was mich etwas stutzig macht, ist, dass mir ständig die Seiten „rausfliegen“ Sobald ich z.B. versuche vom ManageWP Backend aus eine Seite einer Webseite direkt zu bearbeiten kommt die Meldung „Keine Authorisierung“ Bitte laden Sie die Seite erneut… das nervt. Wie siehst Du das?
    Danke
    LG
    Stefan

    • Hallo Stefan, den Fehler hatte ich so noch nie. Wir haben mittlerweile über 35 Kunden-Websites in ManageWP und alleine des Updates wegen lohnt es sich auf jeden Fall. Das „Manage WP Worker“ Plugin ist auf der WordPress-Seite aber schon richtig installiert und aktiviert nehm ich an? Ansonsten fällt es mir schwer dir zu helfen. Der Vorteil von InfiniteWP wäre natürlich der Preis: Man testet und wenn solche Fehler einem den Garaus machen, sucht man eine andere Lösung. Gut, auch ManageWP ließe sich mal einen Monat nutzen und ggf. wieder kündigen, man muss sich ja nicht zwingend ein Jahr binden. Vielleicht kann man auch mal den Support kontaktieren, die scheinen sich ja 1A Service auf die Fahne geschrieben zu haben. Eine gute Gelgenheit zu testen wie artig sie dem nachkommen, bevor man „kauft“.

  3. Hallo Gino,
    Danke für den Überblick. Ich habe übrigens gerade Dein Buch „Das WordPress Praxishandbuch“ verschlungen – es ist super geschrieben!
    Eine Frage zu Manage WP habe ich: Landet hier nicht alles auf Servern in den USA?
    Und ist das rechtlich überhaupt zulässig, wenn ich z. B. eine geschlossene Community auf einer Site geführt wird?

    • Hallo Stine, vielen Dank für das schöne Kompliment bezüglich des Buches! Das hört man doch gerne :) Mich würde freuen wenn du eine entsprechende Rezension bei Amazon einreichen könntest :) Das wäre natürlich genial.

      Zu deinem Beitrag: Ja, in der Tat landet natürlich alles bei Manage WP auf deren Server. Wobei „alles“ relativ ist. Damit die einzelnen Blogs/Websites angesprochen werden können muss auf jeder Website ein kleines Plugin installiert werden. Anders kann es nicht funktionieren. Es ist indes nicht nötig nochmal ManageWP die Zugangsdaten zu den einzelnen Blogs mitzuteilen. Dennoch bekommt das Tool natürlich recht viele Zugriffsrechte eingeräumt, da es schließlich seine Arbeit verrichten muss. Schau dir doch mal die Alternatvie INFINITE WP an. Diese lässt sich auch „lokal“ installieren bzw. auf deinem eigenen Server. Da ist dann kein gemietetes Modell notwendig. Der Datenschutz ist damit entsprechend gewährleistet (sollte er jedenfalls).

      Viele Grüße, Gino

  4. Funktioniert denn InfiniteWP mittlerweile auch mit WP Multisite vernünftig? Wir hatten in Tests immer wieder Probleme, da InfiniteWP zwar die Installation aktualisiert, aber nicht im Netzwerk ausrollt „Netzwerk aktualisieren“.

    • Hallo Dirk. Das ist uns auch vor Kurzem so aufgefallen. Updates in Multisite funktionieren tadellos, nur – in der Tat – das „Netzwerk aktualisieren“ muss man manuell. Dämlich eigentlich. Wenn du einen Workaround findest, wär ich happy :-) Werde beizeiten auch mal schauen ob ich dazu was finde (oder ein Ticket einreichen kann)

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