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Endlich verständlich: Unterschied zwischen POP3 und IMAP-Mailpostfächern

von Gino Cremer / Zuletzt aktualisiert vor 3 Monaten / Server & Technik / 0
Kunden ist oft nicht klar, was genau ein POP3-Postfach von einem IMAP-Postfach unterscheidet. In diesem Artikel möchten wir etwas Licht ins Dunkle bringen und möglichst verständlich die Vor- und Nachteile beider Varianten erläutern.

Was ist ein POP3-Mailpostfach?

POP3 ist eine Abkürzung für Post Office Protocol und schon deutlich älter als IMAP (später hierzu mehr). POP3 sorgt dafür, dass E-Mails vom Server heruntergeladen und anschließend gelöscht werden. Das kann man in etwa mit einem klassischen Briefkasten vergleichen. Holt man seine Briefe heraus, ist im Anschluss der Briefkasten wieder leer.

Vorteile von POP3-Postfächern

Für den Kunden hat POP3 den Vorteil, dass die Postfächer meist „für lau“ zu haben sind. Denn: POP3-Postfächer sind sehr genügsam. Der Anbieter braucht kaum Speicherplatz vorzusehen für Berge von Mails. Warum auch? Schließlich werden die Mails irgendwann abgerufen und der Speicherplatz wird wieder frei.

Nachteile von POP3-Mailpostfächern

POP3 entstammt noch einer Zeit, in der Mails mit einem Rechner – ob zu Hause oder auf der Arbeit – abgerufen wurden. Viele Menschen greifen heutzutage allerdings mit zahlreichen Geräten (Arbeitsplatz-Rechner, Tablet, Rechner zu Hause, Smartphone,…) auf ihre Mails zurück. Entsprechend offenbaren sich die Schwächen der POP3-Technologie beim Versuch Posteingang und Postausgang auf verschiedenen Geräten in Einklang zu bringen.

Hat der Rechner im Büro die Mails bereits abgerufen und vom Server gelöscht, wird das Tablet mitteilen, es gebe keine neuen Mails. Ein klassischer „Workaround“ wäre zum Beispiel dem Rechner im Büro mitzuteilen, er soll die Mails zwar abrufen, aber er sollte diese bitte auf dem Server belassen. Dann wiederum werden Mails auf allen Geräten als neu betrachtet und entsprechend abgerufen.

Ebenfalls lästig: Markiert man eine Mail als gelesen, passiert dies nur auf dem jeweils einen Gerät. Alle anderen Geräte kriegen davon schlichtweg nichts mit.

Und: Greift man gerne auf seine „gesendeten Mails“ zurück, wird man ebenfalls feststellen, dass nur die Mails gespeichert werden, die auf dem entsprechenden Gerät verschickt worden sind. Das gleiche gilt im Übrigen auch für die Entwürfe. Mal eben eine Mail im Büro anfangen, in den Entwürfen speichern und auf dem Weg nach Hause in der Bahn via Smartphone beenden und verschicken…geht halt nicht.

Und Backups? Da die Mails den Server oftmals innerhalb weniger Minuten verlassen, sind zuverlässige Mail-Backups kaum möglich und kaum sinnvoll. Backups finden auf Server-Ebene meist in regelmäßigen Intervallen zum Beispiel dreimal täglich statt. Was dazwischen mal rein- und mal rausgeschickt wurde, kann dabei nicht berücksichtigt werden. Stattdessen ist der Kunde aber in der Pflicht. Denn wenn er seine Mails löscht oder verliert, wird es kaum ein vernünftiges Backup geben können um ihm „aus der Patsche zu helfen“.

IMAP to the Rescue - Was ist ein IMAP Postfach?

Im Falle des moderneren IMAP-Protokolls (Internet Message Access Protocol) bleiben alle Mails integral auf dem Mailserver des Mailanbieters gespeichert. Mit einem IMAP-Postfach verbundene Geräte laden die Mails nicht herunter, sondern stehen in direkter Verbindung mit dem Mailserver und zeigen die Mails im Prinzip nur an.

Vorteile eines IMAP-Mailpostfaches

Die Vorteile sind vielfältig: Verschickt man zum Beispiel vom Büro aus eine Mail, kann man diese in seinem Ordner der „gesendeten Nachrichten“ auch unterwegs noch einmal aufrufen. Und markiert man eine Mail von unterwegs als gelesen, wird diese auch auf dem heimischen Rechner als gelesen markiert. Wie von Geisterhand. Alle Geräte sind so gesehen verknüpft. Dreh- und Angelpunkt ist der zentrale Mailserver, der alle Informationen bereithält und die Zügel fest in der Hand hält.

Der Mail-Anbieter kann – da die Mails ja auf dem Server verbleiben – vernünftige und brauchbare Backups im Hintergrund anfertigen und bei Bedarf entsprechend zurückspielen.

Geht das Smartphone verloren, kann man nach Einrichtung eines neuen Gerätes umgehend wieder den Mailbetrieb aufnehmen: Alle Mails werden nach Einrichtung des Postfachs wieder erscheinen. Ebenfalls wie von Geisterhand.

Nutzt man in seinem Mailprogramm entsprechende Ordner und Verzeichnisse, werden diese ebenfalls auf dem Server abgelegt und mit gesichert. Gerade wer regelmäßig seinen Rechner neu installiert, wird sich freuen, wenn nach Einrichtung des Mailpostfaches nicht nur alle Mails sondern ebenfalls alle angelegten Ordner und Verzeichnisse wieder auf dem Bildschirm erscheinen.

Nachteile von IMAP-Postfächern

Auf Seiten der Nutzer hat IMAP keinerlei direkte Nachteile. Allerdings kann es seine Vorteile auch erst beim Einsatz verschiedener Geräte richtig ausspielen. IMAP-Postfächer sind für Mailanbieter allerdings deutlich „kostbarer“ und „intensiver“. Die Mails bleiben auf dem Server, „schlucken“ entsprechend mehr Speicherplatz und müssen jederzeit durch die Geräte abgerufen werden können. Nicht zu unterschätzen ist zudem der benötigte Speicherplatz auf Anbieterseite für die Backups der Mails. Während im Falle von POP3-Postfächern die Backups eher durch den Kunden angefertigt werden, ist ein sauberes Sichern im Falle der IMAP-Postfächer Anbietersache. Entsprechend werden IMAP-Postfächer nur selten verschenkt und haben Ihren Preis.

im Firmen-Umfeld findet man oft sinnvolle "Misch-Modelle" aus POP3 und IMAP. Ein zentraler Server - oft ein Microsoft Exchange Mailserver - ruft via POP3 die Mails von einem entfernten Mailserver ab und speichert diese zentral für den internen Gebrauch. Die mit diesem internen Mailserver verbundenen Computer rufen innerhalb ihres Netzwerks wiederum die Mails via IMAP ab. So bleiben diese stets auf dem zentralen internen Mailserver gespeichert.

Gino Cremer

Ich bin Geschäftsführer der auf Weblösungen spezialisierten Agentur Pixelbar aus dem belgischen Eupen.

Ich habe langjährige Erfahrung mit CMS-basierten Kundenprojekten, vornehmlich auf WordPress-Basis und bin ein Webdesigner der ersten Stunde.

Daneben arbeite ich auch als Dozent und Berater am WIFI Wien im Bereich Social Media und Webdesign.

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