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No Storytelling: Schade, wenn man eine Facebook-Seite betreibt und keine Socke interessiert’s

von Gino Cremer / Zuletzt aktualisiert am 18/08/2016 / Social Media & Content / 1

Facebook Seiten sprießen wie Pilze aus dem Boden. Jede Bäckerei will sich nun von seiner Schokoladenseite zeigen und ganz „hip“ und modern auftreten. Jawohl, eine Facebook Seite muss her, das hat doch schließlich jeder. Dumm nur, wenn es nach anfänglicher Euphorie am Ende keine Socke mehr interessiert. Woran liegt’s?

Schnell angelegt und kostenlos: Facebook-Seiten verkörpern Unternehmer-Träume!

Daumen hochEine Facebook-Seite ist schnell eingerichtet. Das absolute unternehmerische „K.O.“-Kriterium ist allerdings: Eine Facebook-Präsenz ist kostenlos. Wenn sich dazu noch eine ordentliche Portion „mein Konkurrent hat das aber auch“ gesellt, ist das Chaos nahezu vorprogrammiert. Allein der Glaube, endlich einer Goldquelle ähnlich einen neuen kostenlosen PR-Kanal, der in Sekundenschnelle alle erreicht (so der Irrglaube), für sich entdeckt zu haben, lässt Unternehmerherzen höher schlagen. Vergessen wird hierbei allerdings: So eine Seite gehört belebt. Nicht die Seite selber begeistert, sondern die Inhalte. Man begeistert Menschen und transportiert Emotionen.

Storytelling: Oder „Was will ich überhaupt den Leuten mitteilen?“

social-intranet-eigenes-unternehmenBei einigen Facebook-Seiten kleiner Betriebe oder sogar von Ein-Mann-Unternehmen könnte man schnell den Eindruck gewinnen, der selbsterkorene Seitenbetreiber habe in halbtrunkenem Zustand die Seite aus der Taufe gehoben. Mit dem Laptop auf der Couch und einer gediegenen Flasche Rotwein wurde in wenigen Minuten der Facebook-Assistent durchlaufen und die Seite umgehend veröffentlicht. Nun bitte alle Freunde „Gefällt mir“ klicken sonst wird es peinlich. Schnell trudeln die ersten „Likes“ ein und dann? Ja, was eigentlich dann? Niemand hat so recht ein Konzept. Dass man mit Facebook vielleicht von Anfang an auf das falsche Pferd gesetzt hat, wird auch nicht bedacht. Meist bleibt es bei Likes durch Facebook-Freunde, die sich mehr oder weniger aus Freundschaft zu einem Like bewegen lassen.

Viele Fragen werden im Vorfeld gar nicht erst bedacht:

  • Was will ich überhaupt erreichen?
  • Wen will ich überhaupt erreichen?
  • Sind denn meine Kunden auf Facebook?
  • Was will ich denn den Leuten überhaupt mitteilen?
  • Wieviel Zeit muss ich investieren?
  • Wer schreibt die Texte, wer macht Fotos?
  • In welchen Abständen schreibe ich denn überhaupt?
  • Und sowieso: Ist Facebook überhaupt der richtige Kanal?

Sie kommen zu dem Schluss, dass Sie verschiedene Kriterien gar nicht erfüllen können? Prima, dann lassen Sie es doch einfach sein! Keine Facebook-Präsenz ist vielleicht vergeudetes Potential aber immer noch besser als eine undurchdachte und geschäftsschädigende Präsenz.

Folge der Konzeptlosigkeit: Anfängliche Ideenarmut, Zuschüttung mit Nonsens und anschließendes Einschlafen

In der Regel beginnt der halbtrunkene Seitenbetreiber (Sie werden aber verwundert sein wieviele nüchterne und ausgebuffte Unternehmensprofis unter den erfolglosen Seitenbetreibern verweilen) sehr motiviert mit der Betreuung seiner Seite. Es wird kräftig gepostet, schließlich möchte man ja verkaufen. Angebote sollen online gestellt werden und da die Seite ja kostenlos ist, bitte auch alle Ladenhüter an den Mann bringen. Das Posten von Nonsens nimmt seinen Lauf und nach wenigen Wochen kommt nur noch sehr selten etwas, bis irgendwann die Seite vollständig eingeschlafen ist. Karteileiche. Tod. Schade. Zurück bleibt eine dahinsiechende Facebook-Präsenz im Halb-Rohbau mit teilweise peinlichen Inhalten. Hinterlassen als Mahnmahl für die Konkurrenz.

Facebook und das ewige Missverständnis: Facebook ist KEIN PR-Kanal!

Facebook Quo VadisVergessen wird nur: Facebook ist kein reiner Verkaufskanal. Auch kein PR-Kanal. Facebook ist ein Dialoginstrument und potentielle Verkäufe generieren sich in einer zweiten indirekten Ebene. Wenn überhaupt. Das Verkaufen an sich muss  gar nicht zum Ziel auserkoren werden. Das begreifen viele nicht!

Eine Facebook-Seite wird in der Regel aber weiterhin als eine „One-To-Many“-Plattform begriffen, die ähnlich wie ein Fernsehsender, einer Zeitung oder einer Radiostation möglichst viele Menschen belästigen – ähm – zum Kauf anregen soll. Dazu gesellt sich wiederum der „Kost mich nix“-Faktor (auch wenn Unkosten indirekt entstehen, wo gehobelt wird, fallen schließlich Spähne).

Die Lösung: Hinsetzen und Nachdenken. Und: Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker

Wer eine Facebook-Seite professionell aufstellen möchte, benötigt ein solides Konzept. Statt sich auf den populärsten Kanal zu stürzen, sollte man sich zuerst in Ruhe hinsetzen und grundlegende Fragen beantworten: Welche (messbaren!!) Ziele habe ich? Welche Zielgruppe will ich erreichen? Was möchte ich mitteilen? Wer kann das in welchem Rahmen bewerkstelligen? Wer betreut die Seite überhaupt und antwortet auf Fragen? Und und und.

Zu guter Letzt sollte man sich auch nicht zu schade (oder zu geizig) sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Solche Themen sind kein Hobby-Unterfangen. Setzen Sie lieber von Anfang auf professionelle (erschwingliche) Hilfe, damit Ihr Projekt so richtig zum Senkrechtstarter wird.


Gino Cremer

Ich bin Geschäftsführer der auf Weblösungen spezialisierten Agentur Pixelbar aus dem belgischen Eupen.

Ich habe langjährige Erfahrung mit CMS-basierten Kundenprojekten, vornehmlich auf WordPress-Basis und bin ein Webdesigner der ersten Stunde.

Daneben arbeite ich auch als Dozent und Berater am WIFI Wien im Bereich Social Media und Webdesign.

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Ein Kommentar

  1. -> Was ich seit Jahren predige: Don’t start w/o an idea.
    Es gibt noch immer zu viele Unternehmen, mit der Mentalität: Facebook, ach das lassen wir schnell mal vom Praktikanten machen, er kann da unsere Pressemeldungen copy-paste machen.

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