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Die Queen auf der Suche nach einem Social-Media-Experten – Ist das britische Königshaus inzwischen moderner als mein Unternehmen?

von Catherine Jungbluth / Zuletzt aktualisiert am 19/08/2016 / Social Media & Content / 0
Vor einigen Tagen verbreitete sich ein “royales” Jobangebot wie ein Lauffeuer durch das Internet. Die britische Monarchie war auf der Suche nach einem “Head of Digital Engagement” im Bereich “Royal Communications”. Eine überaus erfrischende Verbindung zweier Wörter: Hier trifft sozusagen das moderne Zeitalter (“Communications”) auf die gute alte Tradition (“Royal”).

Die Queen gehört zwar schon seit langem zur Generation der “Silver Surfer” – doch dies bedeutet keineswegs, dass dem Kensington-Palast sein Online-Auftritt weniger wert ist. Ob auf Youtube, Twitter, Facebook oder Instagram: Das königliche Oberhaupt ist mittlerweile mehr als stark in den sozialen Netzwerken vertreten und füttert Millionen Abonnenten, Follower und Fans mit Neuigkeiten aus der Welt der Königsfamilie.

Aufgrund der Tatsache, dass nun sogar schon die traditionsbehaftete Queen Elizabeth II. einen Social-Media-Experten einstellt, haben sich sicher einige die Frage gestellt, ob der Buckingham Palace inzwischen vielleicht doch moderner als das eigene Unternehmen geworden ist.

Facebook – die “eierlegende Wollmilchsau”?

Die Facebook-Unternehmensseiten bieten jedem eine günstige und „soziale“ Werbeplattform an – so zumindest der erste Eindruck. Doch, bedeutet dies auch gleichzeitig, dass Jeder von dieser Möglichkeit Gebrauch machen sollte? Ganz klar: Nein!

Der Mythos “Mein Unternehmen braucht unbedingt eine Facebook-Seite!” ist vor allem bei den Klein-Unternehmern nicht ganz so leicht unterzukriegen. Die Überzeugung, unbedingt in den sozialen Kanälen vertreten sein zu müssen, rührt oftmals einfach von einem “Der andere hat das aber auch”- Vergleich. Schließlich fotografiert der Frisör von nebenan doch auch jeden Tag seine besten Haarschnitte für Facebook und der Tante-Emma-Laden um die Ecke postet ebenfalls neue Angebote und Produkte, usw. Die Befürchtung, dass wenn man nicht jeden Trend mitmacht, sehr schnell „out“ und wenig „trendy“ ist, tut so manches zur Facebook-Seiten-Euphorie dazu.

Daneben sind natürlich die Versprechen, die man so links und rechts über Facebook & Co aufschnappt, vielfältig – und vor allem eins: vielversprechend. Seien es neue und “gratis” Wege der Kommunikation, die überaus wichtige Kundenbindung, die Option der Einrichtung eines neuen Service-Kanals oder sogar die Steigerung des eigenen Absatzes. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Und Angesichts dieser kostenlosen Werbe-Goldgrube schlagen oftmals so manche Unternehmerherzen höher.

Braucht mein Unternehmen denn jetzt eine Facebook-Seite oder nicht?

Fast genau die gleiche Frage kam Mitte der Neunziger auf, als der Siegeszug des World Wide Web began. Mittlerweile ist das Internet zu einem weltweiten Informationsnetzwerk geworden, von dem Menschen erwarten, alles zu finden, was sie suchen. Die eigene Homepage ist deshalb mittlerweile für fast alle Pflicht.

Facebook hingegen ist ein Netzwerk, in dem Menschen oder Unternehmen mitteilen, was jetzt gerade passiert. Auch lebt dieses Netzwerk von der ständigen Interaktion mit den Nutzern (Likes, Kommentare, Antworten, …). Wer das nicht kontinuierlich tut, dem wird bald Untätigkeit oder Ignoranz vorgeworfen. Ein Unternehmen, bei dem nichts los ist und welches auf Nutzerinteraktion nicht reagiert, langweilt und ist unglaubwürdig. Und damit schafft man weder Interesse noch Vertrauen bei seinen Kunden.
Deshalb sollte sich jeder Unternehmer vor der Einrichtung einer Facebook-Seite folgende Fragen stellen:

  • Sind die Personen, die ich erreichen möchte, auf Facebook vertreten?
  • Habe ich genug Inhalte, die ich mitteilen kann und die einen ersichtlichen Mehrwert für meine Fans schaffen?
  • Habe ich (oder jemand anders) die Zeit, regelmäßig (d.h. mehrmals wöchentlich) die Facebook-Seite zu pflegen?
  • Wer kümmert sich um Texte, Fotos oder Videos? Hat diejenige Person die nötigen Kompetenzen dazu?
  • Und zu guter Letzt: Was will ich überhaupt mit meiner Seite für mein Unternehmen erreichen?

Wenn Sie die Fragen 1-3 nicht eindeutig mit “Ja” beantworten können, dann lassen Sie es doch einfach sein. Zwar bringt diese Entscheidung einen kleinen Beigeschmack eines nicht in Anspruch genommenen Potentials mit sich, aber keine Facebook-Präsenz ist besser als eine, die nicht aktuell, undurchdacht und im schlimmsten Fall sogar geschäftsschädigend ist.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen: Eine Unternehmensseite auf Facebook ist eine wichtige Visitenkarte des Betriebs, die mit qualitativ hochwertigen und aktuellen Mehrwert-Inhalten bei den Fans punkten muss. Eine Unternehmens-Präsenz in den sozialen Medien muss nachhaltig, regelmäßig und mit Konzept gepflegt und betreut werden. Können Sie dies nicht garantieren, dann lassen Sie besser die Finger davon.

 



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