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10 Tipps für eine erfolgreiche Website im modernen Workflow – Warum Designer programmieren und Programmierer designen müssen

von Gino Cremer / Zuletzt aktualisiert am 18/08/2016 / Aus dem Agenturleben / Webdesign / 2

In einem weiteren Beitrag haben wir das alte „Wasserfall“-Modell unter die Lupe genommen und erläutert, warum dieses Modell im modernen Webentwicklungs-Kontext ausgedient hat. In diesem Artikel geben wir 10 Tipps zum Besten, wie man im modernen Alltag Websites entwickeln und die Probleme des „Wasserfalls“ damit umgehen kann.

  • Besser Skizzen in Schwarz-Weiss statt „Klickibunti“-Layouts: Bei uns hat sich gezeigt, dass Kunden viel besser klar kommen, wenn einfach noch keine Farbe im Spiel ist. Wie bei einem Hausbau. Erst kommt die Zeichnung, dann das Haus. Der technische Bauplan einer Website kann sogar per Hand gezeichnet werden. Das Weglassen von Farbe hat einen entscheidenden Vorteil: Es wird über Fakten diskutiert und nicht über subjektive Farbwahrnehmungen („Das Layout gefällt mir aber ganz und gar nicht, dieses Rot weicht doch ab“).
  • So schnell wie möglich in den Browser wechseln: Websites gehören in den Browser! Der Weg in den Browser erlaubt dem Entwicklungs-Team schnellstmöglich auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Der Designer verlässt sein Bildbearbeitungsprogramm und sitzt im gleichen Boot wie der Programmierer. Schluss mit formatgebundenen („die Website soll A4 Querformat werden“) Hochglanz-Layouts, die Budgets in die Höhe und Programmierer in den Wahnsinn treiben!
  • Inhalte, aber dalli: Sobald das grobe durch Skizzen definierte Raster steht, sollte dieses „flott“ aufgesetzt werden (Gold wert sind CSS-Frameworks, die einen schnellen responsiven Raster-Aufbau erlauben). Damit kann der Kunde anfangen im Schwarz-Weiss-Layout Inhalte einzugeben. Setzt man ein CMS wie WordPress ein, sollte der Kunde rasch geschult werden. So kommen die Inhalte rein und Designer sowie Programmierer wissen schneller wie diese optimal in Szene gesetzt werden können. Das ganze hat noch einen Vorteil: Der Kunde ist ziemlich schnell in der Bringschuld. Bemerkt? So hat man einen überschaubaren Anfangsaufwand ohne sinnlose Gestaltung „ins Blaue“ und der Kunde weiß, dass er gefragt ist und mitmachen muss, damit am Ende Farbe ins Spiel kommt.Wichtig ist auch dem Kunden klar zu machen, dass es unerlässlich ist, dass seine Inhalte nun folgen (und das Projekt sonst nicht weiterkommt). Zudem kann man Kunden vorschlagen mittels eines „Workshops“ (und vielleicht mit Unterstützung eines spezialisierten Webtexters) die Inhalte gemeinsam zu definieren.
  • Der Kunde gehört zum Team: Fälschlicherweise wird der Kunde oft wie ein unangenehmer „Alien“ und als „notwendiges Übel“ wahrgenommen. Warum eigentlich? Klar, ein guter Kunde ist fordernd. Aber das ist sein gutes Recht, schließlich bezahlt er einen für (gute) Arbeit. Fakt ist allerdings, dass im modernen Web-Alltag der Kunde „rundum betreut werden muss“. Er hat Rechten, er hat Pflichten. Einfach ein „Paket Arbeit“ auf den Tisch knallen und auf den Fakt verweisen man werde ja dafür bezahlt, macht noch lange keine gute Website und wird von uns gar nicht erst akzeptiert. Regelmäßige Treffen und eine ständige Kommunikation mit dem Kunden sind unerlässlich.
  • Der Designer muss programmieren: Ein Designer kann nicht mehr nur Photoshop oder andere Bildbearbeitungsprogramme nutzen. Das ist zu wenig. Ein moderner Webdesigner muss direkt im Browser mit modernster Technik mit entwickeln können. Auch eine Auseinandersetzung mit modernen CSS-Präprozessoren wie SASS ist unausweichlich (vorausgesetzt man nutzt es intern). Ist er technisch nicht auf der Höhe, wird der Weg in den Browser in Standard-Layouts (gepaart mit Frust) enden.
  • Der Programmierer muss designen: Auch der Programmierer ist kein „klassischer Coder“ mehr. Programmierer müssen auf Augenmaß Module gestalten können, ohne ständig den Designer zur Gestaltung belangen zu müssen. Der Programmierer muss den Endnutzer „auf dem Schirm“ haben und in verschiedenen Kontexten (Stichwort „Responsive Webdesign“) so entwickeln, dass der Endbenutzer der Website eine bestmögliche „User-Experience“ genießt.
  • Website in kleine Häppchen teilen und gemeinsam entwickeln: Gilt es für den Kunden beispielsweise ein Newsletter-Anmeldeformular zu entwickeln, müssen Designer und Programmierer an dieser einen Funktion Hand in Hand zusammenarbeiten. Direkt im Browser. Ist die Funktion programmiert, gestaltet und getestet kann sie „abgehakt“ werden. Vorher nicht.
  • Dem Kunden schnellstmöglich einen Link zur „Baustelle“ schicken: Gerne zieren sich Designer und Programmierer dem Kunden einen Link zu schicken. Man möchte seine Arbeit erst präsentieren, wenn sie pixelgenau „sitzt“. Außerdem weiß man ja, dass dieses oder jenes nicht funktioniert. Nicht, dass man den Kunden noch verärgert. Alles falsch. Raus damit. Wichtig ist nur dem Kunden klar zu machen, dass der Link wie bei einem Haus zur Baustelle führt. Der Rohbau wird gerade gebaut. Es ist klar, dass die Türen noch nicht drin sind. Das Schöne ist, dass der Kunde so direkt involviert wird, sich äußern kann, sieht dass sich etwas tut und sein Traum langsam aber sicher in Erfüllung geht. Positive Gefühle werden vermittelt.
  • Bildliche und einfache Kundenkommunikation: Keep it simple! In der Vergangenheit wurden Websites meist von Informatikern entwickelt, deren Stärke zwar im Programmieren lag, aber sicher nicht in der Kundenkommunikation. Damit die Kundenbeziehung erfolgreich verläuft, ist es heutzutage unterlässlich, dass der Programmierer/Entwickler vernünftig erklären kann, was er da eigentlich tut. Klingt einfach, ist es aber nicht. Gerade die Entwicklung von Websites ist heutzutage hoch-technisch. Doch gerade dann ist es unerlässlich in einfachen Worten und möglichst mit bildlichen Vergleichen (siehe Hausbau) zu erklären, was man tut. Und das ohne den Kunden wie ein dämliches Schulkind zu behandeln. Dialog auf Augenhöhe lautet die Maxime.
  • Klare Budget-Absprachen: Auch (oder gerade) im heutigen Kontext ist eine klare Budgetabsprache wichtig. Dabei gilt es nicht einen Preis mit zwei Zahlen „hinterm Komma“ auszumachen, sondern vielmehr abzuschätzen mit welcher „Hausnummer“ der Kunde zu rechnen hat. Sind es am Ende 2000, 5000 oder 10000 Euro? Welche Faktoren werden das beeinflussen? Warum wird es schätzungsweise teurer? Wie kann es günstiger werden? Wie wird der Kunde über den aktuellen Budget-„Verbrauch“ informiert (Stichwort Zeiterfassung)? Wo liegt die „Schmerzgrenze“ des Kunden? Und wie macht man dem Kunden am besten klar, dass es wichtig ist, dass er eine budgetäre Vorstellung nennt, nicht damit man ihn über den Tisch ziehen kann (dass denkt er nämlich), sondern damit man möglichst viel Zeit und Leidenschaft in sein Projekt investieren kann? Welche Websites hat man bereits entwickelt und kann diese mitsamt etwaiger Preisauskunft präsentieren?

Welche Tipps könnte man noch ergänzen? Ich freue mich über jeden konstruktiven Kommentar zu diesem Beitrag :)


Gino Cremer

Ich bin Geschäftsführer der auf Weblösungen spezialisierten Agentur Pixelbar aus dem belgischen Eupen.

Ich habe langjährige Erfahrung mit CMS-basierten Kundenprojekten, vornehmlich auf WordPress-Basis und bin ein Webdesigner der ersten Stunde.

Daneben arbeite ich auch als Dozent und Berater am WIFI Wien im Bereich Social Media und Webdesign.

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